
Kronen Zeitung
RAPID-EKLAT IN WIEN
Raketen, Böller, Flaschen: Anzeigenflut nach Derby
Nach dem massiven Eklat der Rapid-Fans am Sonntagabend zieht die Polizei am Tag darauf eine schockierende Bilanz mit über 100 Anzeigen. Teils vermummte Personen warfen Bengalos und Raketen aufs Spielfeld und in Richtung Familientribüne – auch die Einsatzkräfte blieben nicht verschont. SK Rapid droht nun eine saftige Strafe.
Der SK Rapid zieht nach dem Raketen-Eklat auch selbst Konsequenzen. Künftig dürfen Rapid-Fans bei Auswärts-Derbys nicht mehr dabei sein – die „Krone“ berichtete ausführlich. Anlass sind massive Ausschreitungen nach der Niederlage gegen die Austria Wien in der Generali-Arena in Wien-Favoriten. Auch die Wiener Polizei zieht Bilanz und spricht von einem besonders herausfordernden Abend, der auch an den Beamten nicht spurlos vorbeigegangen ist.
Spiel wegen Ausschreitungen gestoppt
Wie Bilder und Videos zeigen, kam es bereits während des Spiels zu zahlreichen Sachbeschädigungen im Gästesektor. Pyrotechnische Gegenstände wurden nicht nur von Fans des SK Rapid, sondern auch von Anhängern der Gegenseite gezündet. Ein 26-jähriger Mann wurde durch einen Böller leicht verletzt, Sanitäter versorgten ihn noch im Stadion. Kurz vor Spielende eskalierte die Situation weiter, Rapid-Fans warfen Bengalen und Raketen auf das Spielfeld und in Richtung der Familientribüne. Die Partie wurde daraufhin für rund zehn Minuten unterbrochen, ehe sie regelkonform zu Ende gespielt werden konnte.
Fans werfen Stühle auf Polizisten
Nach der Niederlage kam es nach Spielende beim Abdrängen der Fans in Richtung Ausgang zu weiteren Auseinandersetzungen mit der Wiener Polizei, die mit rund 500 Einsatzkräften im Einsatz stand. Die Beamten gerieten dabei zunehmend ins Visier aggressiver Fans, die Pyrotechnik, Glasflaschen und Becher in ihre Richtung warfen.
Auch Stühle wurden im Zuge der Eskalation geschleudert. Erneut kam es zu zahlreichen Sachbeschädigungen, sogar ein Streifenfahrzeug wurde von bislang unbekannten Tätern beschädigt. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, setzte die Polizei schließlich Pfefferspray ein.
Eine Polizistin wurde durch einen Böller verletzt und konnte ihren Dienst nicht fortsetzen. Gegen die Verantwortlichen wurden insgesamt 21 Anzeigen nach dem Strafrecht sowie 96 Anzeigen nach dem Verwaltungsrecht erstattet.
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